Verfasst von am 25. Juni 2014

Der wichtigste Input von der Webinale 2014 in Berlin

Aktuelle Entwicklungen und Trends des Word Wide Web, Business, Design und Technologien – um diese Themen geht es bei der webinale, the holistic web conference. Seit mehr als 7 Jahren widmet die Konferenz sich diesen Web-Themen ganzheitlich und beleuchtet sie in Bezug zueinander.

Ich kann mich noch gut an die erste Veranstaltungsreihe in der „Schwangeren Auster“ (die alte Kongresshalle im Tiergarten) im Jahr 2007 und die besondere Atmosphäre erinnern. Mit den Jahren ist die webinale erwachsener und professioneller geworden. Dieses Jahr fand die Konferenz vom 1. bis zum 4. Juni im Maritim Hotel proArte mitten in Berlin statt.

Neben den etwa 80 Sessions und Keynotes der Hauptkonferenz mit einer spannenden Mischung aus verschiedenen Themengebieten beschäftigen sich die sogenannten „Special Days“ unter anderem wieder mit dem Thema «Responsive Webdesign». Ein Grund für mich und Nina uns auf dem Weg nach Berlin zu machen und an der Konferenz teilzunehmen.

Heute geht nichts mehr ohne Response Web Design

Unsere Aufmerksamkeit galt naürlich ganz besonders Themen und Erfahrungen rund um Responsive Webdesign und somit startete die Veranstaltung für uns gleich am Sonntag mit einem intensiven Workshop-Tag bei Jonas Hellwig. Es war sehr spannend und praxisbezogen. Der Oberbegriff Responsive Webdesign beschreibt heutzutage nicht nur anpassungsfähige und geräteunabhängige Layouts, er ist zu einem Qualitätsstandard für zeitgemäße Websites geworden.

Die Cross-Design-fähigen Produkte und Services sollen auf verschiedenen Geräten sogar simultan funktionieren. Es geht nicht nur darum, Inhalte ein- und auszublenden bzw. je nach Device (Desktop vs. Smartphone) diese pixelgenau zu verschieben. Der Weg dahin erfordert ein Umdenken und grundlegende Veränderungen des Workflows. Mehr Flexibilität in den Arbeitsabläufen ist notwendig. Dazu bloggt meine Kollegin Nina hier.

Jonas Hellwig skizzierte mit allen Vor- und Nachteilen die verschiedenen Layout-Typen wie fixed, fluid und elastic. Er sprach über die Breakpoints, Media Quaries, Gestaltungsraster, Typografie und beleuchtete die verschiedenen Webentwicklungstechniken wie „Mobile First and Content First“, „Graceful Degradation“, „progressive Enhancement“ und zwar nicht nur im Kontext von CSS. Außerdem stellte er die neuen Tools wie Adobe Reflow bzw. die neuen Photoshop-Funktionen vor und präsentierte reichlich Tipps und Tricks. Ein wenig Zeit blieb auch für Ansätze zur Lösungen des Problems rund um responsive Images und eine kurze Einführung in SASS und LESS.

Mehr Möglichkeiten, weniger Kontrolloptionen

Der neue Workflow bringt es mit sich, dass wir auch unsere persönlichen Einstellungen ändern müssen: Man habe einfach nicht mehr die volle Kontrolle über das Ergebnis, das der Browser ausliefert, so Jonas Hellwig.

Der Beitrag von Sven Wolfermann über Mobile Browser Wars war wie ein Déjàvu. Was wir bereits Ende den 90er-Jahre in Bereich der Desktop Browser erlebt haben, scheint neu und durchaus komplexerer in der „mobilen Welt“ aufzuleben.

Ein weiterer sehr interessanter Beitrag kam von Sven Baumgartner. „Keeping the Web native!“ Der Vortrags Titel spricht für sich! Dieser Ansatz ist mir und sicher auch vielen anderen, die auch schon lange dabei sind, nicht fremd. Warum und wozu ist heutzutage Javascript-Code überdimensioniert? Wann und wie können und sollen die Entwickler darauf verzichten. Danke an Sven für die nützlichen und einfachen Beispiele.

Neben vielen anderen interessanten Beiträgen kam auch „Schnell und sicher zum Ziel mit YAML“ von Jens Grochtdreis. Das CSS_Framework kann gut für Klick-HTML-Prototypes eingesetzt werden. Es ist von vornherein responsive und schafft ein solides Fundament für individuelle Designs. Sicher eine Alternative zum – für mache Projekte – überdimensionierten Frameworks Bootsrap oder Foundation5.

Weitere interessante Inputs bekam ich auf der Session „Testen von RWD“. Mit diesem Beitrag ist wegen Krankheitsausfall Sven Wolfermann spontan eingesprungen und stellte dabei einige praxisorientierten Test-Möglichkeiten und Tools wie Codekit, Adobe Edge Inspekt, Ghostlab und andere vor. Diese ersetzten aber definitiv nicht das Echtgeräte-Testing. Interessant und zukunftversprechend ist auch die Initiative OpenDevice Lab.

Mein Fazit: Ein webinaler Erfolg!

Aus meiner Sicht waren die Tage in Berlin auf der webinale in jeder Hinsicht eine sehr interessante Veranstaltung, voller neuen Inputs, Anregungen aber auch Randinformationen, die in den zukünftigen Projekten sicher sehr hilfreich sind. Es hat Spaß gemacht und sich absolut gelohnt.

Die Konferenz war gut organisiert. Das Hotel liegt zentral, hat eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und die Konferenz-Räumlichkeiten boten eine angenehme Atmosphäre abgerundet durch leckeres Pausensnack und reichlich Kaffee. Wer mich kennt, weiß das es „ohne“ nicht geht :-).

Die Sessions, die ich gesehen habe, waren gut besucht, überfüllt war es allerdings nicht. Die Organisatoren haben einige bekannte Referenten engagiert, wie Stefan Baumgartner, Jens Grochtdreis, Jonas Hellwig, Prof. Wolfgang Henseler und Sven Wolfermann.

Vielen Dank für diese tolle Konferenz!