Ein Drucker, der Kinderfantasien als echte 3D Objekte realisiert. Diese Idee der Designer Joris Peels und Artur Tchoukanov soll bald keine Zukunftsmusik mehr sein: Kinder zeichnen ihre Vorstellungen und Fantasien auf Tablet-PCs und ein 3D-Drucker lässt sie – fast wie von Zauberhand – Wirklichkeit werden. Klingt spannend, oder?
Und trotzdem komme ich nicht umhin, mich zu fragen: „Muss das wirklich sein?“. Zu meiner Kinderzeit war an 3D-Drucker nicht zu denken. Schon gar nicht im Kinderzimmer. Aber auch meine Freunde und ich erschufen fantasievolle Figuren. Sicher, wir zeichneten sie nicht mithilfe von speziellen Tools auf Tablets. Kein Drucker half uns, sie zu dreidimensionalen Spielfiguren zu machen. Unsere Ideen wurden mit Buntstiften und Wasserfarben auf Papier gemalt. Oder wir erweckten sie aus Knete und Ton zum Leben. Dabei half uns kein Gerät, sondern mein Papa.
Es stellt sich daher die Frage, was pädagogisch wertvoller ist: die Verwirklichung kindlicher Ideen von Zauberhand oder durch klassische Handarbeit?
Beide Spielzeuge beflügeln die kindliche Fantasie. Beide fördern logisches und räumliches Denken. Doch nur das klassische Handwerkeln schult die Feinmotorik der Kids. Zudem wird oftmals gemeinschaftlich gebastelt, was der Sozialkompetenz zu Gute kommt.
Mit einigen Jahren Abstand meine ich deshalb, dass so manche Zukunftsmelodie zur Hitsingle werden könnte. Ob Spielzeuge wie der 3D-Drucker das Potential zum Dauerbrenner haben und sich ihren Platz im Spielzeugschrank sichern, wird sich zeigen.
Wer sich ein eigenes Bild vom 3D-Drucker machen will, schaut hier:
http://www.origo3dprinting.com/what-is-origo/

